Jagdhornblasen

Jagdhornsignale sind im jagdlichen Brauchtum Tonfolgen, die auf dem Jagdhorn geblasen werden und die Aufgabe haben, eine Information zu vermitteln. Sie sind somit keine Musikstücke und dienen nicht der Erbauung oder verfolgen einen künstlerischen Anspruch. Sie sind ein fester Bestandteil der Jagdkultur. Früher war das Jagdhorn das einzige Mittel zur unmittelbaren Verständigung über lange Distanzen während der Jagd. Die Signale sind noch heute Ausbildungs- und Prüfungsbestandteil und werden weiterhin eingesetzt. Heute liegt der Schwerpunkt bei der Verwendung der Jagdsignale in der Pflege und Förderung des jagdlichen Brauchtums.

Jagdhornblasen
rechts im Bild: Wilfried Steffens

Die Jagdhornsignale dienen hauptsächlich bei Gesellschaftsjagden der Abstimmung der Jäger untereinander und der Jäger mit den Treibern. Die Verständigung über Jagdhornsignale ist auch in Zeiten moderner Fernmeldetechnik mit Mobilfunktelefonen diesen überlegen, wichtige Anordnungen werden unmittelbar von allen Teilnehmern vernommen. Insofern ist der Einsatz der Signale, die mit dem Fürst-Pless-Horn geblasen werden, weiterhin von hohem praktischen Wert. Die Signale umfassen dabei die Begrüßung zu Beginn, Warnsignale und Hilferufe bei Gefahren und Unfällen sowie die Anweisungen, wie sich die Treiber und Jäger zu verhalten haben. Man spricht hier von so genannten Jagdleitsignalen.

Die Totsignale werden nach der Jagd beim Totverblasen an der Jagdstrecke mit dem Jagdhorn gespielt und gelten dem Wild als letzte Ehrerweisung der Jäger. Totsignale werden dabei nach Hoch- und Niederwild geordnet. Beim Totverblasen werden Fürst-Pless-Hörner auch zusammen mit in B gestimmten Parforcehörnern geblasen.

Es existiert eine Richtlinie des DJV für das Durchführen von Wettbewerben im Jagdhornblasen. Gruppengröße, Kleidung und die Verwendung des Fürst-Pless-Hornes sind verbindlich geregelt. Die Signale sind oft zweistimmig, selten ein- oder vierstimmig.
[Quelle: Wikipedia]